Giftschlangenproblem hausgemacht

- eine Stellungnahme des Serum-Depots Berlin e.V. zur entkommenen Kobra in Herne -

Das Serumdepot Berlin versteht sich als Zusammenschluss von verantwortungsbewussten privaten Giftschlangenhaltern einerseits mit öffentlichen Institutionen andererseits im Bereich der Giftschlangenpflege. Unser Ziel ist es, unsere Mitglieder gegen das „worst case scenario“ - also den Biss einer Giftschlange - durch das Vorhalten von Schlangenseren abzusichern.

Damit leisten wir im Sinne einer abgesicherten Giftschlangenhaltung Grundsatzarbeit, und wir würden uns wünschen, dass alle Landesbehörden bei der Erteilung einer Erlaubnis einer privaten wie gewerblichen Giftschlangenhaltung darauf bestünden, dass die zukünftigen Halter Mitglied im Serum-Depot Berlin sind oder selber Seren vorrätig halten.

Wenn wir uns nun genötigt sehen, vor der Öffentlichkeit aufgrund der akuten Fragestellungen in Bezug auf die entkommene Kobra in Herne in den Medien eine von uns vorausgesetzte, verantwortungsbewusste Haltung von Giftschlangen in Privathand quasi „verteidigen“ zu müssen, lenkt dies vom eigentlichen Grund des Problems in diesem Fall ab:

Denn in Nordrhein-Westfalen gibt es - so wie in vielen anderen Bundesländern - keine Verordnung zur Haltung „gefährlicher Reptilien“. Diese Verordnungen können – wenn Sie mit Sachverstand formuliert wurden - sehr sinnvolle und zielgerichtete Grundsätze beinhalten und Bedingungen einer sicheren Giftschlangenhaltung in Privathand formulieren. Eine Haltung giftiger Schlangen ist – abgesehen vom Artenschutz – in NRW nicht meldepflichtig. Wenn jedoch folgerichtig in diesem Fall nur der Artenschutz im Fokus der Behörde stand, werden Grundsätze einer sicheren Haltung (wie beispielsweise abschließbare Terrarien, ein separater Giftschlangenraum und der Zugang zu Seren) nicht geprüft worden oder gefordert gewesen sein.

In diesem Zusammenhang verweisen wir ausdrücklich auch auf unsere Grundsatzanforderungen für die Haltung von Giftschlangen. (Link)

Damit ist das Problem der nun entkommenen Kobra jedoch definitiv „hausgemacht“. Dennoch wird dieser hausgemachte Einzelfall garantiert als Generalbeispiel herangezogen, wenn die „Gefahr“-Reptilienhaltung von speziellen Interessenverbänden ab jetzt wieder einmal lauthals in grundsätzlichen Zweifel gezogen werden wird.

Der Halter in Herne ist kein Mitglied im Serumdepot Berlin. Die Feuerwehr Herne hat sich jedoch vor dem Einsatz bei uns versichert, dass für den Fall der Fälle passendes Serum vorhanden wäre. Grundsätzlich scheinen die Behörden also anzuerkennen, wie sinnvoll das Serumdepot Berlin e. V. und damit eine verantwortungsbewusste Giftschlangenhaltung ist.


Serum-Depot Berlin e. V.
Der Vorstand

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